Die ersten Nennungen des Rittergeschlechtes von Stain
Die Heimat der Familie von Stain liegt an der Donau im Bereich der Klöster Marchtal und Zwiefalten.
Die urkundliche Nennung des Leopold vom Stain im Jahre 728 ist zweifelhaft, die des Adelhartz vom Stain um 800 ist eher wahrscheinlich.
Die erste Erwähnung, die sich tatsächlich in die Familiengeschichte einbinden lässt, geht auf Heinrich vom Stain und das Jahr 922 zurück.
Ahnenforschung in der Familie Stain ist schwierig. Es gab und gibt verwandte Zweige zu Reichenstein, zu Klingenstein, zu Emerkingen, zu Niederstotzingen und viele mehr.
Namensgleichheiten erschweren die genealogische Forschung. Beheimatet war die Familie auf der Burg Rechtenstein. Dieser Name ist allerdings erst im Jahr 1331 nachgewiesen.


Die ersten Nennungen des Rittergeschlechtes von Stain
Ein Sohn des Bernhard vom Stain zu Emerkingen, ebenfalls Bernhard, verheiratete sich mit Anna von Hoheneck von Rechtenstein.
Sein Sohn, wieder Bernhard (1536-1577), erbte 1554 von Mathis von Hoheneck zu Rechtenstein ein Viertel des Rechtenstein und kaufte die restlichen Anteile von den anderen Erben. Auch den "niederen" Rechtenstein, die Nebenburg, konnte er zurückerwerben.
Ab 1557 war Rechtenstein wieder vollständig in der Hand der Familie vom Stain.
Vom Kaiser erhielt Bernhard vom Stain 1558 die hohe Gerichtsbarkeit, das "Blutrecht" verliehen.
Mit der Reformation durch Luther um 1520 spaltete sich der christliche Glaube in die Zweige der Katholiken und der Protestanten.
Der überwiegende Teil der vom Stain hielt dem Katholizismus die Treue. Es gab aber auch Ausnahmen. Niederstotzingen war im Besitz zweier vom Stain. Einer davon war katholisch, der andere protestantisch. Letzterer führte 1565 in Niederstotzingen die Reformation ein. Das führte zu Konflikten unter den Bewohnern und machte Probleme bei der Einsetzung der jeweiligen Pfarrherren.
Die Familie vom Stain im 30-jährigen Krieg
Das Land um den Rechtenstein erlebte während der Dauer des 30-jährigen Krieges heftige Truppenbewegungen beider Kriegsparteien. Die protestantischen Schweden requirierten ebenso Kost und Logis wie die kaisertreuen Katholiken.
Die Burg überstand die Kriegswirren, nicht aber der Wohlstand, zu dem ja auch die Bauern als Leibeigene auf den Höfen der Familie vom Stain gehörten.
Noch Dutzende von Jahren nach Kriegsende waren die vom Stain nicht in der Lage ihre Schulden abzubezahlen, weil sie kaum noch Einkünfte aus ihrem Landbesitz hatten. Die Streitigkeiten um die Schulden der Familie dauerten beinahe bis zum Ende des 17. Jahrhunderts.
Die Familie vom Stain und die Malteser-Ritter
Der letzte Herr vom Stain zu Rechtenstein, Heinrich-Ferdinand, war Ritter des Malteser-Ordens. Um sich dafür bewerben zu können musste der Anwärter sechzehn ununterbrochene Generationen von reinem Adel nachweisen können.
Heinrich-Ferdinand reiste als Ritter mehrmals nach Malta und nahm dort an den Türkenkriegen teil. Bei seiner Rückkunft 1721 übernahm der die Herrschaft über die Burg
und den Familienbesitz. Er war derjenige, der den Bau der barocken Kirche von Rechtenstein veranlasste.
Als er 1739 kinderlos starb, ging der Besitz an weitläufigere Verwandte. Die Burg stand leer und verfiel. 1817 wurde sie - mit Ausnahme des Turms - endgültig geschleift. Damit ging die Familiengeschichte derer vom Stain nach über achthundert Jahren zu Ende.
