Die ersten Nennungen des Rittergeschlechtes von Stain

Die Heimat der Familie von Stain liegt an der Donau im Bereich der Klöster Marchtal und Zwiefalten.

Die urkundliche Nennung des Leopold vom Stain im Jahre 728 ist zweifelhaft, die des Adelhartz vom Stain um 800 ist eher wahrscheinlich.

Die erste Erwähnung, die sich tatsächlich in die Familiengeschichte einbinden lässt, geht auf Heinrich vom Stain und das Jahr 922 zurück.

Ahnenforschung in der Familie Stain ist schwierig. Es gab und gibt verwandte Zweige zu Reichenstein, zu Klingenstein, zu Emerkingen, zu Niederstotzingen und viele mehr.

Namensgleichheiten erschweren die genealogische Forschung. Beheimatet war die Familie auf der Burg Rechtenstein. Dieser Name ist allerdings erst im Jahr 1331 nachgewiesen.

Zeittafel 728 bis 1446
728
Die zweifelhafte Nennung des Leopold vom Stain.
um 800
Die wahrscheinliche Nennung des Adelhartz vom Stain im Rang des Dienstadels.
922
Heinrich vom Stain als nachweislicher Familienahnherr.
992
Ein Nachkömmling, ebenfalls Heinrich vom Stain, stellte sich an die Spitze eines Bauernaufstandes und damit auf die Seite der Verlierer.
1133
Wieder wurde Heinrich vom Stain als Aufständischer gegen den Hochadel aktenkundig.
1150
Gerung vom Stain (1109-1157) ist als Mönch in Zwiefalten genannt. Später, im Jahre 1156, war er in Jerusalem nachweisbar.
1174
Mitglieder der Familie vom Stain begleiten Barbarossa nach Italien.
1283-1327
Eberhard vom Stain war Abt in Zwiefalten.
1331
Berthold vom Stain bezeichnete sich erstmals als "vom Rechtenstein" zur Abgrenzung anderer Stammeslinien.
1348
In Rechtenstein gab es schon zu dieser Zeit zwei Burggebäude, was später bei den Besitzverhältnissen immer wieder Probleme der Zuordnung verursachte. Eine der Burgen wurde 1348 bei einem Erdbeben zerstört, aber bald wieder aufgebaut.
1360
Die Brüder Wolf und Eberhardt vom Stain standen in Italien im Dienste Sienas.
um 1390
Walz vom Stain der Linie Rechtenstein kam in den Besitz der Hauptburg in Rechtenstein.
1392
Walz vom Stain, genannt Schäferhut, beförderte den Kapellenbau in Rechtenstein.
12.08.1410
Wolf vom Stain verkaufte einen Anteil von Rechtenstein an Graf Eberhard von Württemberg.
1421
Walz vom Stain der Linie Rechtenstein kam in den Besitz der Hauptburg in Rechtenstein.
1433
Das Donaueschinger Wappenbuch weist das Wappen der vom Stain nach..
1440
Der kinderlose Wolf vom Stain trat seinen Besitz an Rechtenstein an seine Schwester Elsbeth, genannt Els, ab. Sie heiratete Peter von Hoheneck.
1446
Mit dem Tode Wolfs vom Stain starb die Rechtensteiner Linie der vom Stain in männlicher Linie aus. Burgherren waren nun die Kinder von Els von Hoheneck.
























Die ersten Nennungen des Rittergeschlechtes von Stain

Ein Sohn des Bernhard vom Stain zu Emerkingen, ebenfalls Bernhard, verheiratete sich mit Anna von Hoheneck von Rechtenstein.

Sein Sohn, wieder Bernhard (1536-1577), erbte 1554 von Mathis von Hoheneck zu Rechtenstein ein Viertel des Rechtenstein und kaufte die restlichen Anteile von den anderen Erben. Auch den "niederen" Rechtenstein, die Nebenburg, konnte er zurückerwerben.

Ab 1557 war Rechtenstein wieder vollständig in der Hand der Familie vom Stain.

Vom Kaiser erhielt Bernhard vom Stain 1558 die hohe Gerichtsbarkeit, das "Blutrecht" verliehen.

Mit der Reformation durch Luther um 1520 spaltete sich der christliche Glaube in die Zweige der Katholiken und der Protestanten.

Der überwiegende Teil der vom Stain hielt dem Katholizismus die Treue. Es gab aber auch Ausnahmen. Niederstotzingen war im Besitz zweier vom Stain. Einer davon war katholisch, der andere protestantisch. Letzterer führte 1565 in Niederstotzingen die Reformation ein. Das führte zu Konflikten unter den Bewohnern und machte Probleme bei der Einsetzung der jeweiligen Pfarrherren.

Die Familie vom Stain im 30-jährigen Krieg

Das Land um den Rechtenstein erlebte während der Dauer des 30-jährigen Krieges heftige Truppenbewegungen beider Kriegsparteien. Die protestantischen Schweden requirierten ebenso Kost und Logis wie die kaisertreuen Katholiken.

Die Burg überstand die Kriegswirren, nicht aber der Wohlstand, zu dem ja auch die Bauern als Leibeigene auf den Höfen der Familie vom Stain gehörten.

Noch Dutzende von Jahren nach Kriegsende waren die vom Stain nicht in der Lage ihre Schulden abzubezahlen, weil sie kaum noch Einkünfte aus ihrem Landbesitz hatten. Die Streitigkeiten um die Schulden der Familie dauerten beinahe bis zum Ende des 17. Jahrhunderts.

Zeittafel 1620 bis 1817
1620
Während des 30-jährigen Krieges (1618-1648) war Heinrich vom Stain Herr auf Burg Rechtenstein. 1620 starb er an der Pest. Sein Sohn Johann-Adam übernahm die Nachfolge.
30.05.1681
Heinrich Ferdinand vom Stain trat dem Maltesterorden bei.
1701-1715
Der spanische Erbfolgekrieg brachte der Familie vom Stain hohe Kontributionsforderungen und Einquartierungen. Der Burgherr Franz Puppelin floh mit seiner Familie am 15.07.1704 in die Schweiz.
1721-1739
Heinrich-Ferdinand vom Stain als Burgherr auf Rechtenstein.
1744
Vollendung der Barockkirche St. Georg in Rechtenstein.
1791
Johann-Anton von Freiberg-Hürbel gehörten mittlerweile drei Viertel des Besitzes an Rechtenstein.
1817
Abbruch der Burg Rechtenstein, außer dem Burgturm.
1791
Johann-Anton von Freiberg-Hürbel gehörten mittlerweile drei Viertel des Besitzes an Rechtenstein.

Die Familie vom Stain und die Malteser-Ritter

Der letzte Herr vom Stain zu Rechtenstein, Heinrich-Ferdinand, war Ritter des Malteser-Ordens. Um sich dafür bewerben zu können musste der Anwärter sechzehn ununterbrochene Generationen von reinem Adel nachweisen können.

Heinrich-Ferdinand reiste als Ritter mehrmals nach Malta und nahm dort an den Türkenkriegen teil. Bei seiner Rückkunft 1721 übernahm der die Herrschaft über die Burg

und den Familienbesitz. Er war derjenige, der den Bau der barocken Kirche von Rechtenstein veranlasste.

Als er 1739 kinderlos starb, ging der Besitz an weitläufigere Verwandte. Die Burg stand leer und verfiel. 1817 wurde sie - mit Ausnahme des Turms - endgültig geschleift. Damit ging die Familiengeschichte derer vom Stain nach über achthundert Jahren zu Ende.