
Zwischen 1736 und 1738 lässt Heinrich Ferdinand von Stain, letzter Burgherr von Rechtenstein, die alte Burgkapelle abreissen. An dieser Stelle wird die barocke Kirche St. Georg errichtet. Bau und Ausstattung wurde schon 1719 von seinem Bruder, Domherr Franz Wilhelm von Stain zu Konstanz, testamentarisch verfügt. Die Madonnenfigur um 1480 mit Strahlenkranz und die Kreuzwegstationen aus dem 13. Jahrhundert sind besonders anschaulich.
Am 20. Juni 1996 jährte sich zum 250sten Mal die Weihe der Kirche St. Georg in Rechtenstein. Vor dem Bau der heutigen Kirche gab es in Rechtenstein zwei Kirchen, eine Burgkapelle und eine Dorfkirche mit Friedhof. Diese lag zwischen zwei Höfen im Braunselweg. Wann diese Dorfkirche gebaut wurde und wer das Patronatsrecht über sie inne hatte, ist nicht bekannt. Die Burgkapelle wurde zwischen 1392 und 1395 erbaut von Walz von Stain. Er und Wolf von Stain stifteten 1396 zwei Hofgüter für die Kapelle. Sie war unserer lieben Frau, ST. Georg und allen Heiligen geweiht.
Zwischen 1736 und 1738 läßt Heinricht Ferdinand von Stain, als letzter Burgherr zu Rechtenstein, diese Burgkapelle abreißen und beginnt an der selben Stelle mit dem Neubau der heutigen Kirche. Bau und Ausstattung derselben war schon 1719 von seinem Bruder, Domher Farnz Wilhelm v. Stain zu Konstanz testamentarisch weitgehend festgelegt worden. Nach dem Tode von H.Ferdinand im Jahre 1793 wird die Kirche von seinem Neffen Johann Christoph v. Freiberg und Eisenberg zu Hürbel weitergebaut. Durch ihn kommen wahrscheinlich die Drei Elenden nach Rechtenstein.
Durch den Tod von H.Ferdinand fällt das Patronatsrecht für die Kirche an das Kloster Marchtal, das sich schon seit 1446 immer wieder darum bemüht hatte. 1744 wird das Kirchenschiff fertig gestellt. Der Turm wahrscheinlich erst 1745. In diesem Jahr werden die drei Glocken der Dorfkirche in die neue Kirche überführt. Eine davon hängt heute noch auf dem Turm. 1746 wird die Kapelle durch den Konstanzer Weihbischof Graf Fugger von Kirchdorf geweiht, er ist mit der Haupterbin Anna, geb. v. Stain verschwägert.
Zum Zeitpunkt der Weihe hat die Kapelle einen wohl prächtigen Hausaltar mit den Figuren der fünf Heiligen: Georg, Caytan, Christophorus, Joseph und Franziskus. Im Rahmen der Erbauseinandersetzungen wurde dieser Altar aus der Kirche entfernt und 1785 durch den heute noch vorhandenen ersetzt.
Ab 1791 gehört die Herrschaft Rechtenstein und somit auch die Kirche überwiegend den Herren von Freiberg zu Hürbel, die sie dann 1816 an den Grafen Reuttner von Weyl zu Achstetten verkaufen. Dieser veräußert 1818 die Kapellenstiftungsgüter an die Pfarrei Obermarchtal.
Vor allem im 19. Jhdt. Ist St. Georg in Rechtenstein eine offensichtlich stark frequentierte Wallfahrtskirche. Michael Buck schreibt 1863 in seinem Büchlein: "Medizinischer Volksglaube": "Die Drei Elenden vom Stoi helfen Mensch und Tier in allen Nöten." Die vielen Votivtafeln aus dieser Wallfahrtszeit wurden 1910 bei der Innenrenovierung entfernt.
Bei der Ausstattung der Kirche sind besonders die Madonna (Wandnische Südseite) , um 1480 entstanden, und die Pieta auf dem Seitenaltar hervorzuheben. Diese Pieta, etwa um 1400 entstanden, ist wahrscheinlich während der Reformationszeit nach Rechtenstein gelangt. Neben der Vitusbüste in der Sakristei sind die die einziegen Figuren, die aus den Vorläuferkapellen stammen.
Im Laufe der über 250jährigen Geschichte der Kirche waren für deren bauliche Instandhaltung natürlich immer wieder beachtliche Aufwendungen erforderlich. Dies begann schon 1808 mit dem Umguss von zwei gesprungenden Glocken und dem Einbau eines neuen Ziegelbodens. 1828 mußte erstmals die Turmhaube neu eingedeckt werden. 1910 stand dann die große Innenrenovierung an, mit dem Einbau von neuen Fenstern und einem neuem Tongemälde an Decke und Rückwand. Von den hierfür anfallenden Gesamtkosten in Höhe von 4000,-- konnten 2.500 Mark durch Spenden gedeckt werden. Dies waren umgerechnet in die heutige Währung weit über 50.000,-- DM. Des weiteren mußte die Kirche in diesem Jahrhundert schon drei größeren Außenrenovierungen unterzogen werden und zwar 1922, 1953/54 und 1983/84. Ergänzend darf noch erwähnt werden, dass 1969 die 1922 beschafften Klangstahlglocken wieder durch Bronzeglocken ersetzt werden konnten.
1996 wurde erneut eine Innenrenovierung durchgeführt. Nach deren Fertigstellung erstrahlt das malerisch gelegene, barocke Kleinod wieder im alten Glanz.

Die Höhle wird auch als Rechtensteiner Höhle bezeichnet, der volkstümliche Name ist jedoch Geisterhöhle.
Das 6 m hohe Eingangsportal öffnet sich nach Süden zur Donau hin und ermöglicht einen herrlichen Ausblick über das Tal. Die Höhle weist vier parallel verlaufende Gänge und Verzweigungen auf. Im Höhleninnern finden sich noch einige Wandtropfsteine, die jedoch teilweise verwittert sind. In der Höhle wurden Knochenreste vom Höhlenbär und Rentier, aber keine Werkzeuge aus der Steinzeit gefunden. So ist es nicht sicher, dass Steinzeitjäger die Höhle aufgesucht und benutzt haben. Die Rentierknochen bezeugen noch nicht die Anwesenheit von Menschen, da die Knochenreste auch von Tieren in die Höhle verschleppt worden sein können.
In der Römerzeit stoßen wir aber auf Spuren menschlicher Nutzung; römische Scherben und eine Münze bezeugen eine wahrscheinlich nur sporadische Anwesenheit in dieser Zeit.
Der Name Geisterhöhle zeigt uns, dass in früherer Zeit Höhlen von den Menschen als rätselhafte Orte empfungen wurden, in denen dunkle Mächte und böse Geister ihr Unwesen trieben.
Im Winter ist die Höhle zum Schutz der Fledermäuse geschlossen.
Im Sommer kann sie - unter Zuhilfenahme einer Taschenlampe - besucht werden.

Wildgehege

